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Kurvenwasser. Titelbild
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Welches Motiv steckt hinter dem Buch?

Kurvenwasser ist der Versuch, das Gefühl des Reisens einzufangen. Natürlich reist jeder Mensch anders, mit anderen Gefühlen, anderen Zielen, anderen Abenteuern - und doch bleibt allen Reisen eines gemeinsam: Sie verändern einen. Sonst wären sie nur ein Urlaub, eine Geschäftsreise oder Zeitverschwendung. Deshalb ist Kurvenwasser ein Roman, in dem es auf einer tieferen Ebene um Standortbestimmung geht. Ein junger Mann sucht seinen Platz in der Welt. Die Fragen, die er stellt, sind dabei wichtiger als die Antworten, die sich immer als vorläufig herausstellen werden. Im Kern geht es darum, wie das Reisen ein Weltbild verändern kann.

Der Geschichte scheint eine klassische Handlung zu fehlen. Warum?

Eine Reise ist geprägt von fliegenden Szenen, wechselnden Personen, überraschenden Wendungen, die sich eben nicht logisch herleiten lassen oder zu einem erkennbaren Ziel führen. Im Film wäre das Road-Movie die angemessene Stilform. Entsprechend könnte man Kurvenwasser eine Road-Novel nennen. Eine Collage von Welt. Die Entwicklung der Hauptperson gibt der Handlung jedoch eine Konstante, die Entwicklung ihrer Fragen einen Spannungsbogen. Auf dieser Ebene könnte man Kurvenwasser als Coming-of-Age-Geschichte bezeichnen, als Entwicklungsroman. Wer neugierig ist (und sicher, sich nicht den Lesespaß zu verderben), der findet eine Handlungsübersicht nach Kapiteln in der Pressemitteilung (pdf).

Ist die Geschichte autobiographisch?

Ja und Nein. Kurvenwasser ist ein Roman und kein Reisebericht, aber es beruht auf einer realen Reise. Viele Geschichten sind so oder ähnlich passiert, gerade die unwahrscheinlichen. Zum Beispiel die von Johnny Lovewisdom, hier wird sogar aus Originaldokumenten zitiert. Auch die Orts- und Naturbeschreibungen sind authentisch. Doch es geht ja nicht um journalistische Wiedergabe, sondern darum, die Essenz einer Reise zu fassen und herauszuarbeiten. So sind viele Situationen und Dialoge erheblich verändert worden, Figuren wurden idealisiert oder aus mehreren realen Personen "zusammengesetzt". Man sollte auch nicht den Autor mit der Hauptfigur verwechseln. Die innere Sicht von Zak ist auch deshalb so relativ reflektiert, weil Recherche und Philosophiestudium des Autors in seine Erzählperspektive eingeflossen sind. In einigen Situationen hat der Autor ganz anders gehandelt und gedacht, als seine Figur. Aber welche das sind, bleibt ein Geheimnis.

Wie spricht man den Namen Zak aus?

Keine Ahnung. Deutsch oder englisch, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich lese selten laut, und wenn doch, entscheide ich mich meistens für die deutsche Variante, irgendwo zwischen "Zack" und "Sack" :-) Schwierig, schwierig. Warum also nicht gleich ein anderer Name? Irgendwie bleibt man hängen an bestimmten Assoziationen. Der Protagonist von On the Road heißt "Sal" (von Salvatore), das klingt so ähnlich. Ein kultiger Adventure-Held aus C-64-Zeiten hieß Zak McKracken, der war auch nicht unschuldig.

Wie lange hast Du an dem Buch geschrieben?

Wenn man den Zeitraum vom ersten Tagebucheintrag der Reise (Okt. 1996) bis zur letzten Korrektur nimmt, waren es etwa 11 Jahre. Aber das ist natürlich nicht die reine Schreibzeit. Dazwischen liegen Phasen, in denen das Studium oder die Arbeit oder das Reisen oder die Freunde den Vorrang hatten, in denen das Exposé einen Verlag finden musste, in denen es einfach mal in Ruhe gelassen werden wollte. Begonnen haben die ernsthaften Schreibversuche 1998. Die erste Fassung war Anfang 2003 komplett - aber natürlich längst nicht fertig. Die letzte wesentliche Überarbeitung fand Ende 2005 auf La Gomera statt.

Warum ist Kurvenwasser als E-Book freigegeben?

Die Freigabe soll die Reichweite, also die Bekanntheit des Buches erhöhen. Da kaum jemand so lange Texte am Bildschirm liest, ist nicht davon auszugehen, dass keiner mehr das Taschenbuch kauft. Vielmehr ist diese "uneingeschränkte Leseprobe" Anreiz ein Buch zu kaufen. Dem Leser wird die Möglichkeit gegeben, hineinzulesen und zu schauen, ob es ihm gefällt.

Was ist eine Creative-Commons-Lizenz?

Kurvenwasser ist unter einer Creative-Commons-Lizenz freigegeben. Es handelt sich dabei um eine Art Siegel, das die Nutzungsbedingungen zwischen Autor und Leser deutlich machen soll. In diesem Fall hat der Autor festgelegt: Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dabei muss der Name des Autors genannt werden. Das Werk darf nicht kommerziell genutzt und nicht bearbeitet oder verändert werden.

Warum ist das Taschenbuch so teuer?

Kurvenwasser erscheint zunächst in kleiner Auflage zu einem Preis von 16,90 Euro. Wegen der höheren Druck- und Organisationskosten pro Stück kostet es etwa 4 Euro mehr als ein vergleichbar dickes Buch aus einem großen Verlag. Dies hat nichts mit der Freigabe des E-Books zu tun. Allerdings ist Kurvenwasser damit immer noch nicht teurer als ein Kinobesuch mit Popcorn und Cola.

 

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